Vegetarismus2

 

 

   Klimawandel

 

 


Noch vor 20 Jahren mochte niemand hinhören. Klimawandel? Ein utopischer Gedanke, kaum eines Gedankens wert

Und heute?  Der Klimawandel ist dauernd in den Schlagzeilen, und die Hinweise auf Ursachen und Wirkung werden immer deutlicher.

Trotzdem: Im allgemeinen Denken herrscht keineswegs Panik, sondern vielmehr eine Art Lethargie: "Ja, so schlimm kann das ja nicht sein, wenn es ein paar Grad wärmer wird, die nötigen Schneekanonen für unser Ski-Vergnügen werden wir uns wohl noch leisten können."  Das ist insofern nachvollziehbar, da unsere Sommer für uns zu kurz und zu regnerisch sind, und das kann dazu führen, dass wir uns innerlich eigentlich auf ein paar Grad mehr freuen...

Es ist höchste Zeit, sich ernsthaft mit dem Problem zu beschäftigen! Dabei geht es in den nachfolgenen Artikeln, wie auf dieser site nicht anders zu erwarten, in erster Linie um Ernährung.

Da die neueste Ausgabe von "Umwelt" des BAFU, des (eidgenössischen) Bundesamtes für Umwelt, sich den Klimawandel zum Thema der Herausforderung gemacht hat, und dort immerhin, gratuliere, ein Artikel von Markus Nauser kurz auf die Bedeutung des Fleischkonsums eingeht, seien auch die anderen Artikel diese Heftes hingewiesen.

Hingegen lasse ich den WWF diesbezüglich links liegen: Dort gibt es zwar Leute, die die Problematik klar erkannt haben, die aber lieber schweigen und sich verstecken, als dass sie ein Risiko eingehen würden, Mitglieder zu verlieren; diese essen ja mehrheitlich Fleisch, und zwar nicht in bescheidenen Mengen.

Genau so sinnlos wäre es, von der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung  ("Swiss society for nutrition", wie sie gerne beannnt sein möchte) irgend etwas in dieser Richtung zu erwarten.   Dass Ernährung auch etwas mit Ökologie oder mit Ethik zu tun haben könnte, ist in diesen konservativen Kreisen kaum im Gesichtsfeld; es wird konsequent ausgeblendet.

Mach Dir selbst ein Bild davon, um was es geht!

Markus Nauser: Wer im Passivhaus lebt, betreibt aktiven Klimaschutz

Zitat : "Ernährung: Fleischarm essen entlastet das Klima"

  • CO2 -Reduktionspotenzial durch fleischarme Ernährung aus Frischprodukten: über 35%.
  • CO2 -Reduktionspotenzial bezogen auf den Gesamtausstoss eines Durchschnittshaushalts: 5%.

Tipp: Mit einem zurückhaltenden Fleischkonsum und frischen Lebensmitteln aus der Region tragen Sie nicht nur zum Klimaschutz, sondern auch zur Schonung beschränkter Ressourcen bei. Im Durchschnittshaushalt gehen 16% des CO2-Ausstosses auf das Konto der Ernährung. In dieser Bilanz nicht berücksichtigt sind die Treibhausgase Methan und Lachgas, von denen ein Grossteil bei der Nahrungsmittelproduktion entsteht. Der Ressourcenaufwand für die Produktion von Fleisch ist um ein Vielfaches höher als derjenige für Getreide, Gemüse und Früchte. Werden Lebensmittel mit dem Flugzeug eingeführt, kommen hohe Transport-Emissionen dazu. Erfordern Transport und Lagerung ständige Kühlung, so verschlechtert sich die Bilanz zusätzlich.

 

 

Pressemitteilung vom 6. Juni 2008 zur UNO-Konferenz in Rom:

Food Summit: "High Level Conference on World Food Security: the Challenges of Climate Change and Bioenergy"

Gestern wurde die UNO-Konferenz zur Welt-Ernährungssicherheit ohne echteResultate beendet.

Dies erstaunt nicht, da die Frage, in welche Kanäle die den Menschenvorenthaltenen Nahrungsmittel verschwinden, nicht gestellt wurde.

Auch die eigentlichen Ursachen des Klimawandels bleiben bei der UNO ein Tabuthema.

Dabei wäre es ganz einfach! Die UNO müsste nur ihre eigenen Studien ernst nehmen und danach handeln: Bereits Ende 2006 veröffentlichte die Welternährungsorganisation der UNO (FAO) einen Bericht, aus dem klar hervorgeht, dass die Fleischproduktion mehr Treibhausgase erzeugt als der gesamte weltweite Verkehr zusammengenommen.

Wenn man also wirklich etwas gegen den Klimawandel tun möchte, sollte man bei den Ursachen ansetzen, gerade auch weil die wichtigste buchstäblich jeden Mittag (und selbst an dieser Konferenz!) auf dem Tisch liegt: das Fleisch.

Mit einer globalen Strategie zur Verringerung des Fleischkonsums würde man aber nicht nur dem Klima helfen. Die Verkürzung der Nahrungskette ermöglicht es, bis zu 10 mal mehr Nahrung auf einem Stück Land zu produzieren, da der Umweg über den Tiermagen ein sehr verschwenderischer Prozess ist.

Deshalb sagte der Leiter der UNO-Klima-Agentur (UNFCCC),
Yvo de Boer, am 2. Juni 2008 zum Welternährungsproblem:
"Die beste Lösung wäre, wenn wir alle Vegetarier werden würden."


Wann wird die UNO den Mut aufbringen, auf ihre eigenen Experten zu hören und den Hunger in der Welt tatsächlich zu beenden, statt nur über Symptome zu debattieren?

Mit freundlichen Grüssen  Renato Pichler

Quellen und weitere Informationen:

UNO-Pressekonferenz vom November 2006:            Livestock a major threat to environment

Klimaschutz durch verantwortungsbewusste Ernährung Was international anerkannte Organisationen und Wissenschaftler dazu sagen.

 


Manfred Schlatzer:                          Fokus Klimawandel

Verena Ahne, Greenpeace 3/08:     Unser täglich Fleisch gib uns heute...

Saurabh.F.Dalal                              A Global Dietary Imperative to Global Warming  

Caryn Hartglass                              Eating to Protect our Ecosystems             

Beat Jordi:                                      Höchste Zeit für eine Trendwende

Thomas Stocker:                             Wer jetzt nicht handelt, verhält sich fahrlässig