Wolkenbett                                   aus:    Phantasiereisen          von Attila Bencsik                      ISBN  3 7831 1676 7

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 Und nun nehme ich dich an die Hand und führe dich auf eine Wiese, auf eine große, bunte Frühlingswiese.
 Lasse dich sehen und erleben, wie du auf der Wiese stehst und deinen Blick schweifen lässt über die weißen Margeriten, den roten Klatschmohn und andere Blumen.
 Du spürst und siehst: Das Gras ist fußhoch und sattgrün, der Himmel azurblau.
 Und nun, gib dir Zeit und genieße dieses friedvolle Bild mit den leuchtenden Farben. Lasse es einfach auf dich wirken.
 Dein Blick geht weit, weit bis an den Horizont, wo die Wiese in den Himmel steigt.
 Leg dich auf das trockene Gras und strecke dich einfach aus, ganz lang und ganz breit.
 Schließe hier an diesem Ort deine Augen. Und dann, wenn du deine Augen geschlossen hast, trägt der laue Wind eine Musik zu dir, eine leise, anmutige Musik, die in dich einströmt und dich erfüllt, eine Musik, der du gerne lauschst, eine Musik, die dich berührt und von der du dich tragen lassen kannst.

 Lasse dich einen leisen, feinen Windhauch auf deiner Haut spüren, die Sonne scheint wärmend auf deinen ganzen Körper, der ausgestreckt im Gras liegt.
 In dir sind Wärme, Ruhe, Gelassenheit und Frieden, du riechst den angenehm würzigen Duft von Kräutern, die irgendwo auf de Wiese wachsen.

  Von ferne hörst du das Zwitschern der Vögel und das Zirpen der Grillen. Angenehme, vertraute Laute und Bilder aus deiner Kindheit werden wach und tragen zu deiner Entspannung und zu deinem Wohlbefinden bei.

 Dein Atem geht ruhig und regelmäßig, dein Brustkorb hebt und senkt sich so ruhig, sicher und ebenmäßig, wie sich der Zyklus der Natur Jahr für Jahr aufs Neue einstellt.

 Dein Kopf liegt auf weichem Moos, die Arme ruhig und gelassen auf dem Gras. Du brauchst einfach nur dazuliegen, den Boden unter dir zu fühlen und die Musik, die der laue Wind zu dir trägt in dich einströmen und dich ausfüllen zu lassen.

 Liege einfach da und ruhe dich aus und schau in die Wolken.  Du schaust in die Wolken, und du siehst, wie eine dieser Wolken eine kleine weiße Wolke zu dir auf die Erde herunterkommt und sanft neben dir landet.

Stehe auf und lege dich in diese Wolke, in das Wolkenbett hinein.
 Und wenn du in dieser Wolke liegst, fühlst du dich unendlich geborgen.
 Geborgen und bequem liegst du einfach da, und lass dich spüren, wie diese Wolke langsam, ganz langsam vom Boden abhebt und mit dir einfach davon fliegt — höher und höher mit dir davon fliegt über wunderschöne Landschaften, über andere Wiesen, über Wälder, über Berge, Flüsse, Seen.
 Und du lässt dich einfach treiben, liegst in deiner Wolke vollkommen entspannt. Du spürst die Wärme der Sonne, ein leichter Wind schaukelt sanft die Wolke, und du genießt es, dir di Landschaft von oben aus anzuschauen.

 Und dann spürst du, wie deine Wolke allmählich höher fliegt, höher und höher, und du siehst jetzt die Landschaft unter dir wie ein Mosaik. Und noch höher fliegt die Wolke, und du siehst nun schon die einzelnen Erdteile dort unten und die Meere, und deine Wolke fliegt weiter, höher und höher, und du spürst ganz deutlich, dass deine Wolke hinaus fliegt ins Universum, hinaus in das Weltall.
 Du siehst die Erde jetzt schon als eine bunte Kugel, und du fliegst weiter, vorbei am Mond, vorbei an den Planeten, du fliegst hinaus in das Universum, und je weiter du fliegst, je weiter du kommst, desto freier kannst du dich fühlen, und du spürst: Du bist ein Teil des Universums, du bist in deiner Wolke und fliegst und fliegst.

 Und du kommst vorbei an unbekannten Planeten und an unbekannten Sternen, und du fliegst weiter und weiter, bis du von weitem einen kleinen Punkt siehst, einen kleinen Punkt aus goldenem Licht.

 Auf dieses Licht fliegt deine Wolke zu, und je näher du diesem Licht kommst, desto größer wird es, größer und größer — je näher du kommst.
 Und dann siehst du, wie deine Wolke auf ein großes Lichtfeld zufliegt, auf ein großes Feld goldenen kosmischen Lichtes. Deine Wolke fliegt ganz ruhig hinein in dieses kosmische Lichtfeld, und hier, inmitten dieses kosmischen Lichtes, bleibt deine Wolke mit dir stehen.

 Und nun lass dich ganz deutlich spüren, wie du umgeben bist von goldenem, warmem, kosmischem Licht und  öffne dich dafür, öffne deinen Körper, deinen Geist und deine Seele und gib dir  die Erlaubnis, dieses wunderbare Licht in dich einströmen zu lassen, zu erleben, wie dein Körper angefüllt wird mit dieser kosmischen Energie.

 Und du spürst, wie dieses Licht in jede Zelle deines Körpers fließt, in jedes deiner Organe und in deinen ganzen Körper, wie es nährt und reinigt.

 Und dann  lass dich spüren, wie sich deine Seele weitet, wie deine Seele sich ausdehnt und so weit wird wie dieses goldene, kosmische Lichtfeld.
 Und hier oben spürst du: Du bist eins mit dem Universum. Du bist eine Einheit mit dem Kosmos.

 Und wenn du meinst, es ist für dieses Mal genug, dann lass dich  erleben, wie sich deine Wolke wieder in Bewegung setzt und dieses kosmische Lichtfeld langsam verlässt.

 Aber du spürst auch ganz deutlich: Du nimmst einen Teil dieser Energie mit, denn du hast einen Teil der Energie in dir, und durch diese Kraft ist eine tiefe Zufriedenheit in dich eingekehrt, du spürst sie ganz deutlich, diese tiefe Zufriedenheit in dir.

  Deine Wolke fliegt zurück durch das Weltall, du kommst wieder vorbei an den Sternen und Planeten, du fliegst zurück durch da Weltall.
 Du fühlst dich in deiner Wolke ruhig und geborgen, du ruhst in dir selbst und du weißt, du bist frei. Und du weißt: Auch das Universum sorgt für dich.
 Und du siehst einen ganzen Kontinent unter dir, blaue Meere, ausgedehnte weiße Wolkenfelder. Die ganze Erde füllt deinen Blick, und die Sterne fangen an zu leuchten, bis der ganze Himmel übersät mit Sternen ist.

 Und du spürst, dass du diese Energie ausstrahlst, dass alles heller. leuchtender wird, da, wo du bist.
 Und nun  verbeuge dich vor deinem inneren Auge, verbeuge dich vor der Erde, vor deiner Heimat und betrachte die Schönheit dieser Welt — deiner Welt, in der du lebst, und mit diesem Wissen und diesen tiefen Eindrücken kehrt deine Wolke zurück in deine Heimat, und du kannst schon Einzelheiten dort unten erkennen, so nah bist du bereits, und du landest langsam und sanft wieder auf deiner Wiese.

 Du steigst aus deinem Wolkenbett.   Bedanke dich bei der weißen Wolke dafür, dass sie dich sicher getragen hat.

 Und nun fliegt die Wolke langsam davon.  Tiefe innere Ruhe erfüllt dein ganzes Sein.  Und mit dieser Ruhe, dieser Zufriedenheit, dieser Gelassenheit kehrst du zurück von der Wiese, hierher in diesen Raum, wo du sitzt oder liegst und atmest.

 Und atme dich nun  wieder zurück in deinen Raum, wo dir von einer Reise in einem Wolkenbett träumte.

 

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